„Hast du auch Facebook?“

Nein, hab‘ ich nicht. Und jedem, der diese Frage stellt, zieh‘ ich gedanklich einen IQ-Punkt ab. Ja, manche geben nicht ihren echten Namen bei Facebook an. Die hab‘ ich aber entweder dennoch erkannt, oder sie fanden mich. Also jeder, der diese Frage stellt, hat selbst mit Sicherheit auch Facebook und könnte einfach nachgucken. Konversation führen zu wollen ist kein Grund. Da gibt es deutlich bessere Themen. Zum Beispiel deine Mutter.

Muahaha.

Vielleicht reagier‘ ich auch einfach zu allergisch auf diese Frage. Aber ich finde es seltsam, dass es so viele Leute interessiert, wie sehr man in den Weiten des Internets präsent ist. Ich hatte mal Facebook. Weil ich dachte, so kann ich auch mit den Leuten in Verbindung bleiben, die sich zu gut sind, um mir ihre Nummer zu geben. Und ich könnte zwischendurch mal ein paar schöne Bilder sehen. Die mir erzählen, was im Leben der anderen gerade so los ist.

Bis ich festgestellt habe, dass das absolut unnötig ist. Wenn ich schon die Hälfte von jemandes Leben kenne, braucht er/sie mir auch nicht mehr davon zu erzählen. Wodurch dieser Anteil seines/ihres Lebens an Wert verliert. „Weißt du schon -“ „Ja.“ „Oh. Und weißt du auch, wie ich dabei-“ „Ja. Hast du doch alles schon gepostet.“ „Oh…und was machst du so?“ Sicher, man kann über Facebook deutlich mehr Leute erreichen. Dadurch zählt aber auch der einzelne Leut‘ weniger. Und die Leute, die ich im realen Leben nicht treffe, brauch‘ ich im virtuellen auch nicht. Dass mir dabei etwas verloren geht, mag sein. Schade ist das aber nicht. Denn ich habe auch nur 24 Stunden am Tag. Abzüglich der durchschnittlich 7 Stunden Schlaf. Und die will ich bewusst erleben. Dann kann ich nun mal nicht alles mitnehmen. Auf dieser Erde leben über 7 Milliarden Menschen. Soll ich jetzt deprimiert sein, weil ich die meisten davon nie kennenlernen werde? Also bitte.

Twitter ist da was ganz anderes. Es ist kein Netzwerk für „Freunde“, sondern für solche, die Content verbreiten und/oder welchen sehen wollen. Und für jugendliche Rotzlöffel, die ihre Lieblings-Youtuber unterstützen wollen und auf sämtlichen Kanälen abonnieren, liken, teilen, kommentieren und ein Eis backen. Aber davon sehen wir mal ab. Nun, ich will Content verbreiten. Deswegen wird es, wenn du dies liest, auch bereits einen Twitter-Account mit Namen „keinmenschenfeind“ geben. Dort werde ich neben dem wöchentlichen Beitrag – ja, Release ist jetzt erstmal freitags 17 Uhr, mal sehen wie das läuft – diverse Dinge aus dem Alltag posten, über die ich stolpere und eines Tages wohl mich auslassen werde. Und vielleicht hast du ja auch Anregungen zum Besten zu geben. Was du übrigens hier auch gerne tun kannst. Ich weiß, ich habe nicht extra dazu aufgerufen. Verzeihung, ich dachte das wäre klar. Eigentlich sollen meine Texte nur eine Diskussionsebene schaffen. Weil ich gerne wissen möchte, wie du darüber denkst. Über alles. Weil ich gerne das Land verstehen möchte, in dem ich lebe. Aber zurück zum Thema…Twitter.

Täglich wird dort vermutlich nichts kommen…Moment. Blöd formuliert. Es wird dort vermutlich nicht jeden Tag etwas kommen. Da hoffe ich lieber auf Nachhaltigkeit. Dadurch steigt – vermute ich – auch das Durchschnittsalter meiner Leser.  Was ich begrüße, mit den etwas älteren konnte ich bisher auch tendenziell besser reden. Außerdem kreischen die tendenziell weniger. Ich hab da so ein Problem mit Geräuschkulissen. Ausnahme: Musik.

Mal schauen, wie sich das Projekt hier entwickelt. Vielleicht kommen wir ja irgendwann sogar zu einem Ergebnis.

Advertisements

10 Gedanken zu “„Hast du auch Facebook?“”

  1. Das nenne ich fröhlichen Optimismus. Das mit den Ergebnissen würde ich streichen. Das klappt nicht.
    Ob man auch auf Facebook ist. Ich denke, du siehst Facebook zu verkrampft. Facebook ist für mich sowas wie ein Telefonbuch. Ich habe da Leute drin, die ich kenne. Ich kontaktiere sie, wenn ich was sagen will. Oder hau ein Posting raus, wenn ich alle Jubeljahre mal eine einschneidende Veränderung mitteilen muss. Dafür ist es super. Und für seinen Facebook-Konsum über die Telefonbuchfunktion ist ja jeder selbst verantwortlich.

    Gefällt 1 Person

    1. Ich erwarte ja keine Ergebnisse, ich nehme sie lediglich als mögliches Produkt hin – wenn ich mich mit Inhalten auseinandersetze, wie sie hier zu finden sind, komm ich eh selten zu einem Ergebnis^^
      Eine Zeit lang habe ich auch den Facebookmessenger noch genutzt. Bis dieser 2-3 Mal ca 2 Wochen gebraucht hat, um meine Nachrichten zuzustellen. Ab diesem Punkt konnte ich mit Facebook nichts mehr anfangen. Das heißt ja nicht, dass Facebook schlecht ist. Es ist halt nichts für mich 😉

      Gefällt 1 Person

  2. Ich glaube, dass ihr den Sinn des Lebens einfach nicht verstanden habt. Wie wäre es, wenn ihr einfach unter Leute geht und euer Leben genießt? Liebste und hoffnungsvolle Grüße an euer Leben!

    Gefällt mir

    1. An FlotteMaus:

      Das Leben genießen. Was für eine sinnlose These. Wie kann ich etwas genießen, was sowieso früher oder später vorbei ist?! Der Kapitalismus macht jegliche Freude an diesem sogenannten Leben kaputt. Egoistisches denken, wie es bei Facebook Gründer Zuckerberg der Fall ist, ist doch typisch. Gibt es genug Dokumentationen auf N24 und ntv

      Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s